Abschlussarbeiten 2018 – Teil VII: Anna Zott hat in Dörflingen untersucht, was sich die Bewohner eines Dorfes für ihren Dorfkern wünschen.

 

Anna Zott war über die Ergebnisse ihrer Umfrage überrascht. Bild: Mayowa Alaye 
 

Die Maturandin Anna Zott hat bereits zweimal miterlebt, wie ein Projekt zur Umgestaltung des Dörflinger Dorfkerns abgelehnt wurde. Für ihre Maturaarbeit wollte sie herausfinden, was die Dörflinger sich für einen Dorfkern wünschen.

Was braucht es eigentlich, um einen attraktiven Dorfkern zu gestalten? Dieser Frage ging Anna Zott im Rahmen ihrer Maturaarbeit nach. Auf die Idee kam sie, weil sie direkt betroffen ist: Zott wohnt in Dörflingen. Dort gibt es zwar, dank einer Baulücke, einen Platz. Man sei sich im Dorf aber einig, dass dieser sehr unattraktiv ist.

Bereits zweimal ist ein konkretes Projekt zu dessen Umgestaltung vorgeschlagen worden. Das erste Projekt wurde wegen negativer Rückmeldungen aus dem Dorf zurückgezogen. Für das zweite Projekt wäre eine Veränderung der Bauzonen erforderlich gewesen. Einer solchen Umzonung hätte die Dörflinger Gemeindeversammlung zustimmen müssen – diese lehnte jedoch mit zwei Dritteln der Stimmen ab. Vor allem von dieser Abstimmung im Jahr 2011 hat Zott einiges mitgekriegt. Im Dorf sei viel diskutiert worden. «Nach der Ablehnung habe ich mir viele Gedanken darüber gemacht, warum das Projekt abgelehnt wurde», erzählt sie. Als es darum ging, ein Thema für die Maturaarbeit auszusuchen, entschloss sie, dieser Frage genauer nachzugehen. Um herauszufinden, was ein Platz in Dörflingen bräuchte, damit ihn die Bevölkerung annähme, liess Zott allen beinahe 1000 über 14-jährigen Dörflingern einen Fragebogen zukommen. Der Rücklauf betrug knapp 20 Prozent. Die Ergebnisse hätten sie überrascht, sagt sie. «Die Leute wollen vor allem Freiraum.» So sei das Verlangen nach üppiger Infrastruktur gering gewesen. Eine Verschönerung des Platzes und ein Ort als Treffpunkt waren im Gegenzug hoch im Rennen. Zott musste jedoch auch feststellen, dass die Gestaltung eines perfekten Dorfplatzes unmöglich ist. «Die Bedürfnisse sind so unterschiedlich, dass man es nicht allen recht machen kann», sagt sie. Man müsse bei jedem Projekt mit Widerstand rechnen.

Als Abschluss ihrer Arbeit hat sie einen Vorschlag für eine Umnutzung des Dörflinger Dorfplatzes entwickelt. Sie achtete dabei vor allem auf den Wunsch nach Verschönerung und einem Treffpunkt. So schlägt sie viel Freiraum mit einem Wasserlauf, ein paar Bäumen und Sitzstufen vor. Blumentöpfe würden als Abschirmung zur Strasse fungieren. Wie es mit ihrem fertigen Plan für die Dorfkernentwicklung weitergeht, ist noch nicht klar. «Vielleicht präsentiere ich meine Arbeit im Dorf», sagt Zott. So könnten die Leute, die den Fragebogen ausgefüllt haben, dessen Ergebnisse sehen. Grundsätzlich hatte Zott grosse Freude am Schreiben ihrer Arbeit. «Es war zwar anstrengend, aber sehr interessant.» Ein Studium in Richtung Architektur oder Städteplanung kann sie sich durchaus vorstellen.